2018

SoVD-Ortsverband Veldhausen stellt Notfalldose vor

Die Notfalldose kann in einem medizinischen Ernstfall eine wichtige Orientierungshilfe für Rettungskräfte bieten. Das dahinterstehende Konzept hat der SoVD-Ortsverband Veldhausen seinen Mitgliedern vorgestellt.

Wenn Rettungskräfte zu einem Notfall gerufen werden, zählt nicht nur jede Sekunde, sondern auch die Menge an Informationen, die über den Gesundheitszustand des Patienten zur Verfügung stehen. Welche Vorerkrankungen gibt es? Werden Medikamente regelmäßig eingenommen? Bestehen Allergien? Hatte der Patient unlängst eine schwere Operation? Wurde eine Patientenverfügung verfasst? Nicht selten bleiben diese Fragen zunächst offen, wenn es sich um alleinstehende, bewusstlose Personen handelt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Notfallmediziner sofort lebensrettende Maßnahmen ergreifen müssen und nicht die Zeit haben, um in der Wohnung nach medizinischen Unterlagen zu suchen.

Die Notfalldose, ein kleines grünes Behältnis, das in der Tür des heimischen Kühlschranks aufbewahrt wird, kann in einer solchen Situation eine große Hilfe für die Erstretter sein. In der Dose befindet sich ein Informationsbogen, auf dem zuvor alle wichtigen medizinischen Daten aufgeschrieben wurden. Damit Rettungskräfte wissen, dass es eine Notfalldose in dem betreffenden Haushalt gibt, wird ein Aufkleber auf der Innenseite der Eingangstür sowie außen auf der Kühlschranktür gut sichtbar auf Augenhöhe angebracht.

„Rettungskräfte kennen das Konzept und wissen sofort, dass sie im Kühlschrank nachsehen müssen, wenn sie den Aufkleber sehen“, sagt Hans-Dieter Wolters, Vorsitzender des SoVD-Ortsverbandes Veldhausen, der die Notfalldose im Dorfgemeinschaftshaus Osterwald im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt hat. „Viele Menschen haben zwar einen Notfall- und Impfpass, einen Medikamentenplan und eine Patientenverfügung zu Hause. Die werden aber kaum in einer Situation von Ersthelfern gefunden, in der ein Patient nicht ansprechbar ist“, so Wolters. „Künftig steht die Lösung im Kühlschrank“, erklärt der Ortsvorsitzende. Da das Konzept überzeugend sei, werde der der SoVD-Ortsverband Veldhausen die Notfalldose als kleines Weihnachtsgeschenk an alle Mitgliedshaushalte übergeben. Der Ortsvorsitzende hat sich zudem dafür ausgesprochen, dass das Konzept der Notfalldose flächendeckend in der Grafschaft vorgestellt wird und das Behältnis an möglichst vielen Stellen erworben werden kann. „Der SoVD wird weiter über das Thema informieren“, so Wolters.

„So gemein ist Niedersachsen“ SoVD macht mit „Schwarzbuch sozial“ wieder Ungerechtigkeiten öffentlich

Hannover. Bereits zum dritten Mal veröffentlicht der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen das „Schwarzbuch sozial“ mit den hanebüchensten Ungerechtigkeiten aus seinem Beratungsalltag: Da wird der Reha-Antrag von Eltern abgelehnt, die gerade ihr Kind verloren haben. Da wirft das Jobcenter einem SoVD-Mitglied Steuerverschwendung vor und klagt selbst mehrere Jahre erfolglos, um nicht zahlen zu müssen. Und da unterstellt die Berufsgenossenschaft einem schwer verunglückten Lkw-Fahrer, zu simulieren, weil sie sich vor der Rentenzahlung drücken will. Recht haben und Recht bekommen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Dass das vor allem für Menschen in schwierigen Situationen zum Problem wird, zieht sich wie ein roter Faden durch das „Schwarzbuch sozial“. 20 Fälle aus den rund 60 Beratungszentren in ganz Niedersachsen dokumentieren sehr gut die Ungerechtigkeiten, die täglich auf den Schreibtischen der SoVDBerater landen. „Wir stellen immer häufiger fest, dass für Kranken- und Pflegekassen, aber auch für Jobcenter nicht die Probleme des Einzelnen im Vordergrund stehen, sondern ihre eigenen Zahlen und wirtschaftlichen Interessen“, kritisiert Bernhard Sackarendt, 2. SoVD-Landesvorsitzender. Und SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke ergänzt: „Die Art und Weise, wie Behörden und Institutionen mit Betroffenen umgehen und mit ihnen kommunizieren, macht uns an vielen Stellen sprachlos.“ Oft werde wenig Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt. „Das zeigt uns, dass Einzelschicksale für die Behörden oftmals keine Rolle spielen“, so Swinke weiter. Anders könne er sich so manches Vorgehen nicht erklären. Mit dem „Schwarzbuch sozial“ will Niedersachsens größter Sozialverband aber nicht nur auf die Missstände aufmerksam machen, sondern auch bei der Politik den Finger in die Wunde legen. „Wir nutzen das Schwarzbuch dazu, um deutlich zu machen, welche negativen Konsequenzen zahlreiche Gesetze 

für Menschen haben, denen es ohnehin schon nicht gut geht“, erläutert Sackarendt. Ein Beispiel dafür sei etwa die Tatsache, dass Widerspruchsverfahren im Bereich Pflege unverhältnismäßig lange dauern. „Unsere Beratung zeigt: 90 Prozent der Betroffenen warten länger als drei Monate auf eine Entscheidung“, so Sackarendt. Das sei ein unhaltbarer Zustand. Natürlich seien zuerst der Medizinische Dienst der Krankenversicherung und die Pflegekassen in der Pflicht, das zu beschleunigen, aber auch die Politik könne etwas tun: „Bei einem Antrag gibt es eine gesetzliche Frist, innerhalb derer entschieden werden muss. Das muss es auch für Widersprüche geben“, fordert der 2. SoVD-Landesvorsitzende. „Schließlich betonen Politiker immer wieder, dass Pflegebedürftige besser unterstützt werden müssen. An diesem Punkt könnten sie damit anfangen“, findet er. Dass in Niedersachsen vieles nicht rundläuft, macht SoVDLandesgeschäftsführer Dirk Swinke auch anhand verschiedener Zahlen deutlich: „Viele Menschen können bestimmte Dinge nicht mehr alleine. Sie brauchen Beratung und kommen deshalb zu uns.“ Dies zeige zum Beispiel auch die steigende Zahl der Mitglieder. Am 31. Oktober 2018 waren es fast 285.000 – ein Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für seine Mitglieder hat der SoVD durch Widersprüche und Klagen auch 2017 hohe Summen erstritten. Das waren mehr als 26 Millionen Euro an einmaligen und mehr als 7 Millionen Euro an laufenden Zahlungen. Insgesamt hat der Verband sich in rund 33.800 Anträgen, Widersprüchen, Klagen und Berufungsverfahren für seine Mitglieder starkgemacht. Das „Schwarzbuch sozial“ ist im Internet unter www.sovd-nds.de abrufbar. Bildunterschrift: Dirk Swinke (SoVD-Landesgeschäftsführer, links) und Bernhard Sackarendt (2. SoVD-Landesvorsitzender) haben in Hannover das neue „Schwarzbuch sozial“ vorgestellt. Foto: SoVD/Rudolf Seidel 

Jeder achte Erwerbstätige lebt dauerhaft prekär

Vor allem Frauen in schlecht bezahlten Jobs leben und arbeiten häufig prekär. Foto: Yummy pic / fotolia

Oft wird über das „Prekariat“ gesprochen, eine verbindliche Definition gab es dafür aber bisher nicht. Die Hans-Böckler-Stiftung hat versucht, diese Personengruppe genauer zu fassen und ist zu einem bedrückenden Ergebnis gekommen: Demnach leben 12 Prozent der Erwerbsbevölkerung in Deutschland dauerhaft in prekären Umständen. Das sind etwa 4 Millionen Menschen. 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben erstmals genaue Kriterien entwickelt, um prekäres Leben definieren zu können. Diese beziehen sich zum einen auf das Erwerbsleben. Dazu zählen etwa Niedriglohn, ein unsicherer Job oder fehlender Kündigungsschutz.

Zum anderen geht es um die persönliche Situation: Armut, beengte Wohnverhältnisse oder auch Überschuldung werden in der Studie als Faktoren für ein prekäres Leben genannt. 

Von einer „prekären Beschäftigungsepisode“ sprechen die Wissenschaftler, wenn wenigstens zwei auf de Arbeitsmarkt bezogene Negativkriterien erfüllt sind. Nach dem gleichen Muster bestimmen sie „prekäre Haushaltsepisoden“

Mehr als 12 Prozent leben und arbeiten prekär

Anhand repräsentativer Befragungsdaten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) haben die Forscherinnen und Forscher berechnet, wie groß die Gruppe ist, die längerfristig sowohl von prekärer Beschäftigung als auch von einer prekären Haushaltslage betroffen ist. Die Untersuchung deckt die Jahre 1993 bis 2012 ab. Diesen Zeitraum teilten die Forscherinnen und Forscher in zwei Perioden à zehn Jahren ein. 

Das Ergebnis: 12,3 Prozent der Erwerbsbevölkerung waren in einem Zehnjahreszeitraum überwiegend prekär beschäftigt und lebten in einer prekären Haushaltslage.

Frauen besonders betroffen

Mit 6,7 Prozent bildeten Frauen, zumeist mit Kindern ohne oder mit einem schlecht bezahlten Job die größte Gruppe. Als weitere Risikogruppe identifizierten die Autorinnen und Autoren Väter, denen es trotz dauerhafter Erwerbstätigkeit nicht gelingt, „gemeinsam mit der Partnerin die Familie sicher zu versorgen.“

Weiterhin betroffen sind junge Männer ohne abgeschlossene Berufsausbildung. 

Diesen Gruppen gelang im zehnjährigen Betrachtungszeitraum keine Verbesserung ihrer Lebens- und Erwerbsumstände. Die Forscherinnen und Forscher bezeichnen diese Gruppe deshalb als Prekariat. 

Autoren fordern Umverteilung

Die Forschenden der Hans-Böckler-Stiftung fordern die Politik auf, sich des Problems anzunehmen. Als ein Instrument bezeichnen sie einen höheren Mindestlohn. Dieser könne das Problem aber nicht allein lösen.

Außerdem regen sie an über eine „solidarische Lohn- und Steuerpolitik mit Umverteilungskomponenten in Richtung von Geringverdienern“ nachzudenken – also eine Politik, die höhere Einkommen stärker belastet. 

SoVD hat auf Probleme hingewiesen

Dies sind auch Forderungen, die der SoVD an die Politik stellt. Der Verband hat immer wieder darauf hingewiesen, dass prekäre Arbeit keinen Schutz vor Armut darstellt und die guten wirtschaftlichen Zahlen die Lebenswirklichkeit vieler Menschen nicht widerspiegeln. 

Der Verband fordert unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns und die Begrenzung prekärer Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und Minijobs.

Zahlen zeigen: GroKo hat bei Inklusion falschen Weg eingeschlagen

In Niedersachsen lernen immer mehr Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam an einer Schule – das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Darin werden Zahlen aus den Schuljahren 2008/09 und 2016/17 verglichen. „Die Untersuchung zeigt, dass wir beim Thema Inklusion auf einem guten Weg waren“, sagt Adolf Bauer, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland (SoVD). Nach ihrem Amtsantritt habe die Große Koalition allerdings einen anderen Kurs eingeschlagen, der ganze Jahrgänge von der gleichberechtigten Teilhabe ausschließt.

Anders als die Vorgängerregierung spricht die Große Koalition in Niedersachsen nicht mehr davon, Förderschulen vollständig zu schließen und so die Inklusion voranzutreiben. Vielmehr soll es weiterhin ein paralleles Schulsystem geben. Außerdem wurde die Abschaffung der Förderschule Lernen für die nächsten zehn Jahre ausgesetzt. „Dadurch wird der Prozess der Inklusion auf die lange Bank geschoben“, kritisiert Bauer. Besonders ärgerlich sei es, dass Niedersachsen wichtige Schritte getan habe, die der Bertelsmann-Studie zufolge auch erste Erfolge gezeigt hätten. So ist in Niedersachsen etwa der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die an einer Förderschule lernen, im Vergleichszeitraum zurückgegangen und liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt befinde sich Niedersachsen im Ländervergleich bei der Exklusionsquote auf dem fünften Platz.

„Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist es noch unverständlicher, dass die schwarz-rote Regierung in Sachen Inklusion einen solchen Rückschritt macht“, so der SoVD-Chef. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, das Vorgehen noch einmal zu überdenken und endlich ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. „Ansonsten gehen noch weitere Jahrgänge verloren“, befürchtet Bauer.

Keine Zeit für einen Besuch im SoVD-Beratungszentrum? Nutzen Sie unsere Schnupperberatung!

Sie haben nur mal eine kurze Frage und wollen dafür nicht extra ins SoVD-Beratungszentrum gehen? Dann nutzen Sie unsere Schnupperberatung bei Facebook! Am 30. August beantworten wir von 19 bis 20 Uhr im Video-Chat Ihre Fragen rund um Rente, Pflege, Gesundheit, Behinderung, Hartz IV und Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht. Sie können übrigens auch zugucken, wenn Sie kein eigenes Facebook-Konto haben.

SoVD-Fachtagung: Aus der Werkstatt auf den Arbeitsmarkt - so geht Inklusion

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist Deutschland verpflichtet, den allgemeinen Arbeitsmarkt inklusiv zu gestalten. Arbeitgeber tragen dabei eine besondere Verantwortung, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Neben einer Vielzahl von Förderungen gibt es von Seiten der Arbeitgeberverbände eine Reihe von Anstrengungen, für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu werben: z.B. „Wirtschaft inklusiv“, „Unternehmens-Netzwerk Inklusion“ oder der „Förderpreis für Inklusion in der Wirtschaft“ der Landeshauptstadt Hannover.

Dennoch ist die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen im Jahr 2016 mit 12,4 Prozent (bundesweit) deutlich höher als die allgemeine Arbeitslosenquote von 7,8 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) ist in Niedersachsen mit 32.000 Beschäftigten unvermindert hoch und sogar etwas gestiegen.

Was kommt von all den Bemühungen in der Praxis an? Welche konkreten Maßnahmen sind notwendig, damit der Arbeitsmarkt inklusiv wird und Menschen mit einer Behinderung eingestellt werden? Diese und andere Fragen wollen wir auf unserer Fachtagung am 8. August 2018 diskutieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Mehr Infos gibt es hier.


 

SoVD-Magazin

Wir freuen uns, Ihnen die aktuelle Ausgabe des SoVD-Magazins vorstellen zu dürfen.

Pressemitteilung vom 8. Juni 2018

Hannover

SoVD-Befragung: Wie barrierefrei sind Frauenhäuser?

Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein weitverbreitetes Problem. Für viele Betroffene in Not sind Frauenhäuser die letzte Zuflucht. Wichtig ist dabei, dass die Einrichtungen für die Frauen leicht zugänglich sind. Doch wie ist es um die Barrierefreiheit der Frauenhäuser bestellt? Das möchte der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen mit einer Befragung herausfinden.

41 Frauenhäuser gibt es in Niedersachsen – sie bieten ein sicheres Umfeld für traumatisierte Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Der SoVD als größter Sozialverband in Niedersachsen setzt sich seit Langem dafür ein, dass diese wichtigen Einrichtungen und die entsprechenden Beratungsstellen auch für Frauen mit einer Behinderung zugänglich sind, denn sie sind zwei bis drei Mal häufiger von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt betroffen.

„Derzeit gibt es aber keine niedersachsenweite Übersicht, wie es um die Barrierefreiheit in den Frauenhäusern und Beratungsstellen bestellt ist. Das möchten wir mit unserer Befragung ändern“, sagt SoVD-Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß. Mit einer speziell entwickelten Checkliste überprüfen die SoVD-Frauen deshalb Einrichtungen im ganzen Bundesland.

Die Ergebnisse der Befragung werden anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November 2018 vorgestellt. „Damit haben wir dann eine solide Basis und sehen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt und wo es schon gut läuft“, so Reiß.

Pressemitteilung 04.05.2018 Für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in Niedersachsen

SoVD und Forum Artikel 30 starten Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“
Hannover. Mit einer Auftaktveranstaltung auf dem hannoverschen Kröpcke haben der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen und das Forum Artikel 30 ihre gemeinsame Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ gestartet. Damit setzten sie ein klares Zeichen für mehr Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe. Dass es bei den Themen tatsächlich „fünf vor zwölf“ ist, machten Betroffene deutlich: In der Diskussionsrunde forderten sie, dass es gerade im Bereich der schulischen Inklusion dringend bessere personelle und finanzielle Unterstützung geben müsse.

„Uns ist die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen sehr wichtig. Dass die Große Koalition jetzt ausgerechnet im Bildungsbereich die Schließung der Förderschulen hinauszögert, ist ein großer Rückschritt“, kritisierte der stellvertretende SoVD-Landesvorsitzende Bernhard Sackarendt in seiner Rede. Damit entstehe der Eindruck, Inklusion sei auf der Prioritäten-Liste ganz nach hinten gerückt. „Wir müssen gegen die Barrieren in den Köpfen kämpfen. Da ist so eine Entscheidung genau das falsche Signal“, so Sackarendt. Deshalb sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt für die Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“, die pünktlich zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung startet.
„Mit dem Forum Artikel 30 gehen wir in Sachen Inklusion in Niedersachsen für Deutschland voran, dies erwarten wir auch von der Politik“, sagte Karl Finke, Sprecher des Forum Artikel 30. Mit Blick auf das aktuelle politische Geschehen betonte er die Bedeutung der Kampagne: „In Zeiten, in denen politische Parteien die Uhren zurückdrehen wollen und menschenverachtende Anfragen im Deutschen Bundestag stellen, erscheint die Notwendigkeit unserer Kampagne größer denn je. Es gilt, die Gesellschaft für heute und morgen zu schaffen!“
Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mareike Wulf und die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Sylvia Bruns räumten dringenden Handlungsbedarf ein, man habe viel Zeit verstreichen lassen. Wulf machte deutlich, dass der politische Prozess eingeleitet worden sei. Entsprechende Maßnahmen sollen auf den Weg gebracht werden.
Nach dem Auftakt in Hannover tourt die Kampagne durch ganz Niedersachsen. Mehr dazu finden Sie unter www.ich-werde-behindert.de/nds.

Pressemitteilung 25.04.2018

Kundgebung mit Polit-Talk am 4. Mai auf dem Kröpcke in Hannover
Start der Kampagne „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“

Hannover. „Ich bin nicht behindert. Ich werde behindert.“ So nennen der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen und das Forum Artikel 30 ihre gemeinsame Kampagne, mit der sie gegen den Stillstand in den Bereichen Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit protestieren. Der Auftakt dazu findet am 4. Mai um „fünf vor zwölf“ statt. Danach tourt die Kampagne durch ganz Niedersachsen.
Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung liegt in Niedersachsen derzeit auf Eis und auch in Sachen Barrierefreiheit ist noch einiges zu tun – beispielsweise im Bereich bezahlbarer Wohnraum. Was die Teilhabe von Menschen mit Behinderung angeht, ist es also im wahrsten Sinne des Wortes fünf Minuten vor Zwölf.
Deshalb haben der SoVD und das Verbände Bündnis Forum Artikel 30 die Kampagne ins Leben gerufen. Der offizielle Startschuss dazu fällt am 4. Mai 2018 um 11.55 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Kröpcke in Hannover.
Dabei werden SoVD-Vizevorsitzender Bernhard Sackarendt, SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke und der Forumssprecher Karl Finke deutlich machen, an welchen Stellen es noch hakt und was dringend geändert werden muss.
In einer Talk-Runde zum Thema „Inklusion in Niedersachsen: Setzen, 6! Oder 1 mit Sternchen?“ diskutieren die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Mareike Wulf und die stellvertretende FDP-Landesvorsitzende Sylvia Bruns mit betroffenen Eltern, die ihr Kind inklusiv beschulen lassen (möchten).
Dazu gibt es Musik von der inklusiven Band „The Boppin’ Blue Cats“ der Lebenshilfe Peine-Burgdorf. Außerdem ist der Rolling Chairs Isernhagen e.V. mit einem Rolli-Parcours vor Ort, und es gibt zahlreiche Aktionen zum Mitmachen sowie spannende Infos.
Mehr zu der Veranstaltung und der Kampagne finden Sie unter www.sovd-nds.de und www.ich-werde-behindert.de/nds.

SoVD-Befragung: Wie schnell findet man Informationen bei Pflegekassen?

Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird oder man selbst betroffen ist, gibt es viele Fragen: Ist die Pflege zu Hause möglich? Welche Leistungen stehen mir überhaupt zu? Antworten sollten eigentlich die Pflegekassen liefern. Ob sie das auch tun, möchte der SoVD-Landesverband Niedersachsen mit einer Befragung herausfinden.

Wer einen hilfebedürftigen Menschen pflegt, steht vor vielen Hürden: Da müssen Formulare ausgefüllt werden, ein Heimplatz besorgt und Hilfsmittel beantragt werden. Oft verliert man dabei den Überblick, an was alles gedacht werden muss. Dann ist es hilfreich, wenn man gebündelte Informationen und konkrete Hilfestellungen findet – zum Beispiel auf den Internetseiten der Pflegekassen. Sie sind an die Krankenkassen angegliedert und kommen für Leistungen aus der Pflegeversicherung – etwa Pflegedienste, Schulungen oder Sachleistungen – auf.

 Doch wie übersichtlich sind die Auftritte der Pflegekassen im Internet? Findet man schnell, was man sucht? Um das zu untersuchen, hat der SoVD in Niedersachsen zusammen mit dem Fachverlag Vincentz Network das Projekt „Wie nutzerfreundliche sind die Internetseiten der Pflegekassen?“ ins Leben gerufen. „Wir wollen mit einer Befragung herausfinden, wie die jeweiligen Internetseiten aufgestellt sind. Dafür suchen wir jetzt Interessierte, die Lust haben, mitzumachen“, sagt Kathrin Schrader, die das Projekt beim SoVD-Landesverband Niedersachsen betreut.

Wer an der Befragung zur Nutzerfreundlichkeit teilnehmen möchte, kann sich bis zum 4. Mai unter presse@sovd-nds.de melden.


 

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Lesen Sie die April-Ausgabe des SoVD-Magazins mit Artikeln zu den Themen Mindestlohn, Reisen mit Demenz, Gewalt in der Pflege und viele weitere. Das Magazin gibt es als App, kann aber auch direkt im Browser gelesen werden. Um es sich anzusehen, einfach hier klicken.

Pressemitteilung 14.03.2018

Für Kampagne zum 100-jährigen Jubiläum ausgezeichnet
SoVD in Niedersachsen ist „Verband des Jahres“

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ist von der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) als Verband des Jahres 2018 ausgezeichnet worden. In der Kategorie „Interessenvertretung und Kommunikation“ gewann der größte Sozialverband des Landes den Preis für seine Kampagne „100 Jahre SoVD. 100 Jahre Solidarität. Ein Blick zurück. Und zwei nach vorne.“.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums hat der SoVD eine umfangreiche Kampagne gestartet: Er entwickelte eine Wanderausstellung, die die spannende Geschichte des Verbandes beleuchtet, aber auch Einblicke in die Zukunft gibt. Nach der Eröffnung in Hannover wurde die Ausstellung in ganz Deutschland gezeigt. Begleitet wurde sie von zahlreichen Veranstaltungen in den mehr als 1.000 Orts- und 43 Kreisverbänden des niedersächsischen SoVD. Egal, ob 50 oder 2.000 Mitglieder: Der SoVD beging sein Jubiläum mit Familienfesten, Ausstellungseröffnungen, Festakten und Podiumsdiskussionen. Als exzellent bezeichnete die DGVM-Jury außerdem die Kommunikation zum Jubiläum: Auf Facebook erzählte der Verband persönliche Geschichten, auf Twitter startete er seine Aktion „100 Jahre in 100 Tagen“ und erzählte die komplette SoVD-Historie in täglich 140 Zeichen Jahr für Jahr. Zusätzlich hat der SoVD die Tweets als Broschüre veröffentlicht. Natürlich wurden auch herkömmliche Kommunikationskanäle wie die Internetseite und die Mitgliederzeitung genutzt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir von der DGVM als Verband des Jahres ausgezeichnet wurden. Das zeigt, dass wir es schaffen, Tradition und Moderne exzellent zu verbinden. Wir haben die Zukunft fest im Blick, ohne unsere Vergangenheit aus den Augen zu verlieren“, sagt SoVD-Landesgeschäftsführer Dirk Swinke. Besonders stolz sei er darauf, dass alle Ideen und die Umsetzung direkt aus dem Verband gekommen seien.
Die DGVM verleiht die Auszeichnung seit 1997 an Verbände für herausragende Leistungen im Verbandsmanagement. Der Preis steht für Leistungen, die sich vom Durchschnitt deutlich abheben und Verbänden Beispiel sein können, neue Wege zu gehen.

SoVD-Magazin 02/18

Wir freuen uns, Ihnen die aktuelle Ausgabe des SoVD-Magazins vorstellen zu dürfen.
Das neue Online-Medium der SoVD-Redaktion wird künftig an dieser Stelle parallel zur SoVD-Zeitung erscheinen:

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SoVD Veldhausen wählt neuen Vorstand

Der SoVD-Ortsverband Veldhausen hat im Gemeindehaus der evangelisch-alt.-reformierten Kirchengemeinde seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Vorstandswahl sowie Grußworte von Bernhard Alferink, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Grafschaft Bentheim und Katrin Gemen, Leiterin der SoVD-Kreisgeschäftsstelle.

 

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Ortsvorsitzende Hans-Dieter Wolters die zahlreich erschienenen Mitglieder und führte in seinem anschließenden Tätigkeitsbericht die Aktivitäten des Ortsverbandes im vergangenen Jahr auf. So hatte der Ortsverband mehrere sozialpolitische Aktionen durchgeführt. Dazu gehörten Infostände zum Equal Pay Day und zur Inklusion sowie die Überprüfung der Barrierefreiheit der Wahllokale in der Samtgemeinde. „Wir haben außerdem zahlreiche Besuchsdienste bei älteren und erkrankten Menschen durchgeführt und wir begleiteten unsere mobilitätseingeschränkten Mitglieder auf Wunsch nach Nordhorn zu den Beratungsterminen in der SoVD-Geschäftsstelle“, so Wolters. Auch habe es ein geselliges Programm für Senioren und Menschen mit Behinderungen gegeben.

 

In seinem Grußwort erklärte der Kreisvorsitzende Bernhard Alferink, dass die Nähe des SoVD zu den Mitgliedern vor Ort und dessen Einsatz für Menschen, die Hilfe benötigen, wichtig sei, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Solidarität zu stärken. Diesen Auftrag erfülle der Ortsverband Veldhausen vorbildlich. Abschließend lobte der Kreisvorsitzende die Mitarbeiter des SoVD-Beratungszentrums Nordhorn für die geleistete Arbeit. Geschäftsstellenleiterin Katrin Gemen berichtete, dass der Beratungsbedarf in der Grafschaft Bentheim ungebrochen hoch sei. So habe der SoVD im Kreis in über 700 Fällen eine sozialrechtliche Beratung durchgeführt.

 

Im Anschluss fanden die Vorstandswahlen statt. Erster Vorsitzender bleibt Hans-Dieter Wolters, seine Stellvertreterin ist Gertrud Reefmann. Ebenso im Amt bestätigt wurden Gerda Bartels als Schatzmeisterin und Johanna Lefers als Schriftführerin. Neu in den Vorstand wurden Nicole de Bruin als Frauensprecherin und Helga Wolters als ihre Stellvertreterin gewählt. Als Beisitzer wurden Günter de Bruin und Alfred Wieking wiedergewählt. Neu hinzugekommen ist Gertrud Schmitz als Beisitzerin. Henriette Berens-Swavink, Ute Thamhayn und Walter Pörtner sind Revisoren.

 

Am Ende der Veranstaltung ehrte der Ortsverband Mitglieder für ihre langjährige Treue zum SoVD. Für zehn Jahre Mitgliedschaft wurden Leida Berends, Fenna Schnieders, Hindrik-Jan Schnieders, Johann Schütmaat und Hermann Raterink ausgezeichnet. Sina Schievink, Fenna Wolterink, Stefan Lambers und Hindrik-Jan Kronemeyer erhielten eine Ehrennadel und eine Urkunde für ihre 25-jährige Treue zum Verband.

 

SoVD-Magazin 01/18